Medienmitteilungen
04.03.2025

Swiss Banking Outlook: Moderate Konjunkturentwicklung, aber gedämpfte Erwartungen für Schweizer Banken  

Basel, 4. März 2025 – Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat heute das Update des Swiss Banking Outlooks veröffentlicht, der als aussagekräftiger Indikator für die Wirtschaftsentwicklung und den Zustand des Bankensektors gilt. Die Konsensprognose zeigt ein gemischtes Bild: Für 2025 wird eine moderat positive Konjunkturentwicklung, eine niedrige Inflation sowie ein weiter sinkendes Zinsniveau erwartet. Der aggregierte Geschäftserfolg der Banken wird aufgrund eines Rückgangs im Zinsgeschäft insgesamt leicht rückläufig sein.  

Die befragten Chefökonominnen und -ökonomen sowie CIOs der SBVg-Mitgliedsinstitute erwarten für die Schweiz im Jahr 2025 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent, das 2026 auf 1,5 Prozent ansteigen dürfte. Damit nähert sich die BIP-Entwicklung allmählich dem Potenzialwachstum von 1,75 Prozent an. Die Inflationsprognose für 2025 liegt mit 0,6 Prozent im Zielband der Schweizerischen Nationalbank (SNB), für das Jahr 2026 wird eine leichte Erhöhung auf 0,8 Prozent erwartet. Gleichzeitig dürfte die Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent auf 2,6 Prozent steigen. Auch in der Bankenbranche zeichnet sich ein Beschäftigungsrückgang ab: Mehrere Institute haben bereits angekündigt, Arbeitsplätze im Rahmen von Umstrukturierungen abzubauen. 

«Die Bankenbranche befindet sich in einer anspruchsvollen Phase. Die hohe internationale Unsicherheit spiegelt sich in der erheblichen Bandbreite der Antworten einzelner Expertinnen und Experten wider», sagt Dr. Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik der SBVg und ergänzt: «Die Konjunktur in der Schweiz entwickelt sich moderat, das tiefe Zinsniveau dürfte sich aber negativ auf den aggregierten Geschäftserfolg auswirken. Das Kommissionsgeschäft wird den Rückgang im Zinsgeschäft voraussichtlich nicht kompensieren können, damit stehen viele Institute unter Druck, ihre Kostenstrukturen zu optimieren.» 

Geschäftserfolg durch sinkende Zinsmargen belastet 

Die Erwartungen für den Geschäftserfolg der Banken in der Schweiz sind nach den Spitzenjahren 2023 und 2024 gedämpft. Das Zinsgeschäft steht dabei besonders unter Druck: 85 Prozent der befragten Expertinnen und Experten gehen von einem Rückgang des Erfolgs im Zinsgeschäft aus, da die weiter sinkenden Zinsen auf die Margen drücken. Demgegenüber werden im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie im Handelsgeschäft stabile oder leicht steigende Erträge erwartet.  

Hinsichtlich Volumenentwicklung wird auch 2025 aufgrund der steigenden Immobilienpreise und der anhaltenden Nachfrage ein positives Kreditwachstum erwartet. Im Mehrjahresvergleich fällt dieses allerdings unterdurchschnittlich aus. Positiv bewertet wird die Entwicklung der verwalteten Vermögen aus dem Ausland. Hier erwarten die Expertinnen und Experten für 2025 eine Zunahme um 2,5 bis 5 Prozent, getrieben von einer starken Börsenperformance und der Attraktivität des Schweizer Finanzplatzes in einem geopolitisch turbulenten Umfeld. 

Rückkehr zur Nullzinspolitik nicht ausgeschlossen 

Ein zentrales Thema der Prognosen ist die Geldpolitik der SNB. Eine Mehrheit der Befragten erwartet eine Senkung des Leitzinses auf 0,25 Prozent bis Mitte 2025. Bis Ende Jahr könnte sich die Schweiz bereits wieder in einem Null- oder sogar Negativzinsumfeld befinden. Die tieferen Inflationserwartungen führen zu einem vergleichbaren Bild bei der Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe. Diese dürfte gemäss den Befragten auf dem niedrigen Niveau von 0,4 Prozent verbleiben. Der internationale Zinsvorteil der Schweiz zeigt sich derzeit besonders deutlich: In den USA, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich liegen die langfristigen Zinsen zwischen 2 und 4 Prozent höher. 

Weiterhin starker Franken 

Der Schweizer Franken bleibt stark. Eine Mehrheit der Expertinnen und Experten rechnet jedoch nicht mit einer weiteren massiven Aufwertung bis Ende Jahr. Ein Grund hierfür ist die Erwartung, dass die SNB mögliche Devisenmarktinterventionen nicht ausgeschlossen hat. 

Zur Methodik des Swiss Banking Outlook Update 

Die Ergebnisse basieren auf einer schriftlichen Umfrage unter 20 Finanzmarktexpertinnen und -experten von Mitgliedsinstituten der SBVg. Die Befragten sind Chefökonominnen oder Chefökonomen, Chief Investment Officer oder leitende Anlageexpertinnen und -experten. Der halbjährliche Swiss Banking Outlook liefert eine Konsensprognose zu relevanten Konjunktur- und Finanzmarktindikatoren sowie Einschätzungen zur Entwicklung der Bankenbranche in der Schweiz. 
 

Weitere Informationen finden Sie unter dem Swiss Banking Outlook.

​​Über die SBVg 

​Die SBVg ist der Dachverband der Schweizer Banken. Sie vertritt die Branche national und international gegenüber Wirtschaft, Politik, Behörden und der breiten Öffentlichkeit. Die SBVg steht für offene Märkte, unternehmerische Handlungsspielräume und faire Wettbewerbsbedingungen. Als Kompetenzzentrum vermittelt sie bankenrelevantes Wissen und engagiert sich für zukunftsweisende Themen. 1912 in Basel gegründet, zählt die SBVg heute rund 265 Organisationen sowie etwa 12'000 Personen zu ihren Mitgliedern.​ 

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